Geschichte

Am 25. Juli 1946 wurde auf Initiative von Kaplan Hermann-Josef Hieronymi, Jugendfürsorger Ernst Michael Dittmar und Landgerichtsdirektor Dr. Ludwig Clostermann in 2 Räumen im Obergeschoss des Hauses Nöggerathstr. 18 in Bonn eine "Heimstatt" für heimat- und elternlose junge Menschen eröffnet.

Nach dem Kriegsende suchten viele junge Menschen in Westdeutschland eine Unterkunft und eine Arbeit oder Ausbildungsmöglichkeit. Um diese Not zu lindern sammelten die Initiatoren um sich sozial engagierte katholische Frauen und Männer, um diese Idee eines selbstlosen Einsatzes für die durch den Krieg benachteiligte Jugend zu verwirklichen.

Urkundliche Gründungsmitglieder der Heimstatt e. V. Bonn wenige Monate nach Öffnung dieses "St. Josef" benannten Wohnheimes waren:

  • Peter Maria Busen * 06.06.1904 / + 07.11.1964 Bürgermeister, später Oberbürgermeister der Stadt Bonn
  • Dr. Ludwig Clostermann * 05.01.1884 / + 23.01.1956 Landgerichtsdirektor
  • Ernst Michael Dittmar * 22.08.1918 / + 27.08.1949 Jugendfürsorger
  • Kaplan Hermann-Josef Hieronymi * 13.11.1912 / + 29.01.1996 Kaplan in St. Sebastian, Poppelsdorf und späterer Pfarrer in Köln-Bickendorf
  • J. P. J. Kempen * 26.08.1924 / + 17.03.2001 Student, später Kulturattaché an der Kgl. Niederländischen Botschaft
  • Maria Laurentius * 17.09.1901 / + 11.02.1991 Hausfrau, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Caritasverbandes Bonn und Initiatorin der Familienbildungsstätte in Bonn
  • Dr. med. Hans A. Schmitz Rheinische Landesklinik für Jugendpsychiatrie
  • Alfred Thauer * 22.06.1915 / + 28.02.1988 Student, langjähriger Geschäftsführer der Kath. Arbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit

Als erster Vorsitzender wurde Peter Maria Busen gewählt. In den wenigen, notdürftig eingerichteten nutzbaren Räumen in der Nöggerathstr. 18 konnten die ersten Unterkünfte unter schwierigen Umständen bezogen werden. Untergebracht in 2 Mansarden mit Dreistock-Betten, versorgt von der unermüdlichen und resoluten Schwester Sophie Rövekamp und weiteren Helferinnen konnte zunächst Alfred Thauer als erster Heimleiter, nach ihm Josef Kempen und ab Dezember 1947 Karl Hieronymi, den ersten jungen Männern ein Zuhause geben.

Ein großer Teil dieser Heimbewohner waren Flüchtlinge und Übersiedler aus den ehemaligen Ostgebieten und der damaligen Sowjetzone. Einsatz bei der Enttrümmerung der Bonner Altstadt, bei Rodungsarbeiten sowie Vermittlung von Hilfsarbeiten mit Aussicht auf weitere Beschäftigung und Ausbildung waren die ersten Hilfen zur beruflichen und damit persönlichen Förderung. Alle jungen Menschen, die kamen und um die sich sonst niemand kümmerte, wurden aufgenommen. Fast alle fanden von der Heimstatt den Weg in ein normales Leben. Sie erhielten Lehrstellen, wurden Handwerker und Angestellte, sparten und gründeten Familien oder holten ihre Familien mit Hilfe von Suchdiensten nach Bonn.

Die Kosten der Unterbringung wurden bereits damals zum großen Teil vom Jugendamt der Stadt Bonn erbracht. 2,50 Reichsmark (vor der Währungsreform) war der "erste Pflegesatz". Dies reichte kaum und so waren die Gründer und ihre Helfer in großem Maße auf persönlichen Einsatz, auf Sach- und Geldspenden und auf die Unterstützung von Kirche und Caritas angewiesen

Durch den fortschreitenden Ausbau der Heimstatt in der Nöggerathstraße, durch die Anmietung und durch den späteren Erwerb der ehemaligen "Villa Schmitz" in der Kölnstr. 315 im Jahr 1948 wuchs die Aufnahmekapazität und Bedeutung der Heimstatt-Initiative.

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